Kooperation statt Konkurrenz. Als Handwerksbetrieb besser auf Netzwerk setzen

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Der Konkurrenzdruck steigt. Weshalb ein Schulterschluss im Handwerk jetzt trotzdem sinnvoll sein kann.


Für mittelständische Handwerksbetriebe wird die Zusammenarbeit mit anderen Firmen immer wichtiger, um am Markt bestehen zu können. Was früher als Schwäche galt, nämlich sich mit der Konkurrenz zusammenzutun, entwickelt sich heute zu einer echten Überlebensstrategie. Netzwerke und Kooperationen bieten gerade kleineren Betrieben die Möglichkeit, Aufträge anzunehmen, die sie alleine niemals stemmen könnten. Die Zeiten, in denen jeder Handwerker nur für sich selbst kämpfte, scheinen langsam vorbei zu sein. Stattdessen entdecken immer mehr Betriebsinhaber die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens. Ob beim Einkauf, bei der Weiterbildung oder beim Marketing, die Synergieeffekte sind oft beachtlich. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels kann eine gut organisierte Kooperation den entscheidenden Unterschied machen. Ebenso die Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle. Moderne Bürosoftware fürs Handwerk ermöglicht es, Projekte über Betriebsgrenzen hinweg zu koordinieren. Wer heute noch glaubt, alles alleine schaffen zu müssen, der verpasst womöglich den Anschluss. Die Gründung einer Kooperation wirft zwar spezifische Fragen auf und stellt Anforderungen an Organisation und Management, aber die Chancen überwiegen in den meisten Fällen deutlich.


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Es gibt nicht die eine Art von Kooperation. Manche Betriebe arbeiten nur gelegentlich zusammen, wenn ein größerer Auftrag ansteht. Andere gründen feste Verbünde mit gemeinsamer Rechtsform und einheitlichem Marktauftritt.


Die Bandbreite reicht von losen Absprachen bis hin zu Genossenschaften mit mehreren Dutzend Mitgliedern. Entscheidend ist, dass die Partner zueinander passen. Vertrauen spielt dabei eine zentrale Rolle, denn wer seine Kunden an einen Kooperationspartner weitergibt, muss sich auf dessen Qualität verlassen können. In der Region haben sich in den letzten Jahren mehrere solcher Netzwerke etabliert. Ein Beispiel sind Zusammenschlüsse im Bau und Ausbaubereich, wo Elektriker, Installateure und Maler gemeinsam Großprojekte abwickeln. Die Kunden profitieren davon, weil sie nur einen Ansprechpartner haben. Und die Handwerker können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Das ist für alle Beteiligten ein Gewinn. Wenn ein Betrieb gerade keine freien Kapazitäten hat, kann er Aufträge an Partner weitergeben, statt sie komplett abzulehnen. So bleibt der Kunde im Netzwerk..


Warum gerade jetzt so viele Betriebe kooperieren

Der stetige Druck auf kleine und mittlere Handwerksbetriebe ist in den vergangenen Jahren merklich gewachsen. Viele Gewissheiten von früher gelten heute bereits nicht mehr. Große Bauträger und Industrieunternehmen vergeben Aufträge bevorzugt an Firmen, die ein breites Leistungsspektrum anbieten können.


Ein einzelner SHK Betrieb mit drei Mitarbeitern hat da oft das Nachsehen gegenüber einem breiter aufgestellten Betrieb. Durch den Zusammenschluss mit anderen Gewerken ändert sich das. Plötzlich kann man Komplettlösungen anbieten, von der Elektroinstallation bis zur Heizungsanlage. Eine Handwerkersoftware für SHK oder Elektro hilft dabei, die Schnittstellen zwischen den Betrieben zu organisieren. Termine, Materialbestellungen und Abrechnungen lassen sich so besser abstimmen. Auch der Fachkräftemangel treibt die Kooperationsbereitschaft. Manche Handwerksmeister tun sich damit schwer. Sie sind es gewohnt, in ihrem Betrieb das letzte Wort zu haben! In einer Kooperation funktioniert das nicht mehr so einfach. Hier braucht es klare Absprachen und manchmal auch einen externen Kooperationsmanager, der die Fäden zusammenhält. Die eigene Entscheidungsfreiheit wird eingeschränkt, gemeinsame Standards müssen eingehalten werden.


Ein weiterer kritischer Punkt ist die Qualitätssicherung. Wenn ein Partner schlechte Arbeit abliefert, fällt das auf alle zurück. Deshalb achten erfolgreiche Netzwerke penibel darauf, wen sie aufnehmen. Regelmäßige Treffen und gemeinsame Weiterbildungen helfen, ein einheitliches Qualitätsniveau zu halten.


Pro Argumente für eine Kooperation sind:

  1. Größere Aufträge annehmen können durch den Zusammenschluss, die ein einzelnes Unternehmen alleine nicht bewältigen könnte. Bauträger und Industriekunden vergeben komplexe Aufträge bevorzugt an Anbieter mit breitem Leistungsspektrum.
  2. Einkauf Wer als Verbund bei Lieferanten auftritt, bekommt bessere Konditionen. Das gilt für Materialien, Versicherungen, Leasingverträge und auch teure Spezialmaschinen, die man sich teilen kann.
  3. Stärkere Marktposition und besseres Marketing. Gemeinsame Internetauftritte, einheitliches Logo und koordinierte Werbemaßnahmen sind aufgeteilt auf mehrere Schultern erschwinglich. Das erhöht die Sichtbarkeit gegenüber Einzelkämpfern deutlich.
  4. Wenn ein Betrieb gerade ausgelastet ist, können Aufträge an Partner weitergegeben werden. Der Kunde bleibt im Netzwerk und geht nicht zur Konkurrenz.
  5. Wissenstransfer und gemeinsame Weiterbildung. Regelmäßiger Austausch zwischen den Partnern fördert das Know how aller Beteiligten. Schulungen und Weiterbildungen lassen sich gemeinsam günstiger organisieren.

Argumente gegen Kooperation mit anderen Betrieben:

  1. Eingeschränkte Entscheidungsfreiheit, denn wer kooperiert, muss Kompromisse eingehen. Man kann nicht mehr alleine bestimmen, sondern muss sich mit Partnern abstimmen und manchmal auch unterordnen.
  2. Haftungsrisiken durch Partnerleistungen. Wenn ein Kooperationspartner schlechte Arbeit abliefert, fällt das auf alle zurück. Das Image des gesamten Netzwerks kann darunter leiden..
  3. Regelmäßige Treffen, gemeinsame Planung und Kommunikation kosten Zeit. Besonders in der Gründungsphase ist der Aufwand erheblich.
  4. Abhängigkeit von anderen Betrieben. Man verlässt sich auf die Zuverlässigkeit der Partner. Fällt einer aus oder liefert nicht wie vereinbart, hat das Auswirkungen auf die eigene Arbeit und Kundenbeziehungen.
  5. Kooperationsverträge, Haftungsfragen, steuerliche Konsequenzen und kartellrechtliche Bestimmungen müssen beachtet werden. Ohne fachliche Beratung kann man hier schnell Fehler machen!


Finanzielle Vorteile und die Rolle der Digitalisierung

Einer der größten Pluspunkte von Kooperationen liegt im wirtschaftlichen Bereich. Gemeinsamer Einkauf bedeutet bessere Konditionen bei Lieferanten. Wer als Verbund auftritt, hat eine stärkere Verhandlungsposition als der einzelne Kleinbetrieb. Das gilt für Materialien genauso wie für Versicherungen oder Leasingverträge. Auch bei Investitionen in teure Maschinen oder Spezialwerkzeuge macht die Aufteilung der Kosten Sinn. Nicht jeder braucht eine eigene Hebebühne, wenn man sie sich teilen kann. Marketing ist ein weiteres Feld, wo Kooperationen punkten. Eine gemeinsame Internetpräsenz, ein einheitliches Logo, koordinierte Werbemaßnahmen, das alles kostet Geld. Aber aufgeteilt auf mehrere Schultern wird es erschwinglich. Manche Netzwerke haben sogar eigene Showrooms eingerichtet, wo sie ihre Leistungen präsentieren. Ohne moderne Technik wären viele Kooperationen gar nicht denkbar. Früher musste man sich persönlich treffen oder stundenlang telefonieren, um Projekte abzustimmen.


Heute läuft vieles über digitale Plattformen. Projektmanagement Tools ermöglichen es, dass alle Beteiligten den aktuellen Stand eines Auftrags einsehen können. Auf einer digitalen Plantafel lassen sich mehrere Aufträge übersichtlich einsehen. Sogar Werkzeug lässt sich so besser verplanen.


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Dokumente werden zentral abgelegt, Änderungen sind sofort für alle sichtbar. Die Bürosoftware Handwerk hat sich in diesem Bereich stark weiterentwickelt. Spezialisierte Lösungen für verschiedene Gewerke erleichtern die Zusammenarbeit erheblich. Auch die Kommunikation mit Kunden profitiert. Über gemeinsame Portale können Auftraggeber den Fortschritt ihrer Projekte verfolgen. Das schafft Transparenz und Vertrauen.


Was Betriebe beachten sollten bevor sie eine Kooperation eingehen

Wer über eine Kooperation nachdenkt, sollte sich zunächst fragen, was er eigentlich erreichen will. Geht es primär um Kosteneinsparungen? Um die Erschließung neuer Kundengruppen? Oder darum, größere Aufträge annehmen zu können?


Je nach Zielsetzung kommen unterschiedliche Kooperationsformen infrage. Ein lockerer Verbund reicht vielleicht aus, wenn man nur gelegentlich zusammenarbeiten möchte. Für ambitioniertere Ziele braucht es festere Strukturen. Die Wahl der Partner ist entscheidend. Man sollte nicht nur auf fachliche Kompetenz achten, sondern auch darauf, ob die Chemie stimmt. Kooperationen sind wie Ehen, sie funktionieren nur, wenn beide Seiten an einem Strang ziehen. Empfehlungen aus dem eigenen Netzwerk sind oft der beste Ausgangspunkt. Auch die Handwerkskammern können bei der Partnersuche helfen. Bei all der Begeisterung für die Zusammenarbeit dürfen freilich die rechtlichen Aspekte nicht vernachlässigt werden. Ein schriftlicher Kooperationsvertrag ist wirklich unerlässlich und sollte Grundvoraussetzung sein. Darin sollten Rechte und Pflichten der Partner sowie alle Haftungsfragen und Kündigungsmodalitäten geregelt sein. Auch steuerliche Fragen spielen dabei eine Rolle. Je nach Rechtsform der Kooperation ergeben sich im Anschluss unterschiedliche Konsequenzen.


  1. Eine Beratung durch Fachleute ist hier dringend zu empfehlen. Kartellrechtliche Bestimmungen sind ebenfalls zu beachten.
  2. Preisabsprachen zwischen Wettbewerbern sind verboten, auch wenn sie gut gemeint sind. Das wird oft vergessen.


Ein Blick in die Zukunft

Die Bedeutung von Netzwerken im Handwerk wird weiter zunehmen. Davon sind Experten überzeugt. Der Trend zu Komplettlösungen aus einer Hand verstärkt sich. Kunden wollen nicht mehr mit fünf verschiedenen Handwerkern verhandeln, sondern einen Ansprechpartner haben, der alles koordiniert. Das können Kooperationen leisten. Gleichzeitig ermöglicht die Zusammenarbeit den Betrieben, ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Man bleibt Chef im eigenen Unternehmen, profitiert aber von den Vorteilen eines größeren Verbunds.


Für die regionale Wirtschaft sind solche Netzwerke ein Gewinn. Sie stärken das lokale Handwerk und sorgen dafür, dass Aufträge in der Region bleiben. Statt an überregionale Großunternehmen zu gehen, werden sie von heimischen Betrieben ausgeführt. Das sichert Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen. Kooperation statt Konkurrenz, das ist mehr als nur ein Schlagwort. Für viele Handwerksbetriebe ist die Zusammenarbeit mit anderen längst zur Normalität geworden. Die Vorteile überwiegen in den meisten Fällen deutlich. Natürlich erfordert es Mut, sich auf Partner einzulassen und einen Teil der Kontrolle abzugeben. Aber wer diesen Schritt wagt, kann davon erheblich profitieren. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, denn gemeinsam ist man tatsächlich stärker!


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